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Beiträge

Nazca 

200 v. Chr. bis 700 n. Chr.

 

 

Entlang eines Wüstenstrichs im Süden Perus ließ sich das Volk der Nazca in benachbarten Flußtälern nieder und entwickelte etwa ab 200 v.Chr. eine Oasenkultur. Die Nazca errichteten Wohnstätten aus zusammengebunden Rohr, das sie mit Lehm verschmierten. Sie trieben Handel, fischten, jagten und bauten in der trockenen Küstenebene zahlreiche Obst- und Gemüsekulturen an. Auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung reichte der Einfluß der Nazca mehr als 350 Kilometer nach Norden und Süden und erstreckte sich ostwärts von der Küste bis in das Hochland.

Die kargen Bedingungen des Landes prägten die Nazca-Kultur von anfang an. Die Existenz der Nazca – Bauern in einem Landstrich, in dem es nur selten regnete – war vollständig an das Wasser gebunden. Sie verehrten das Wasser und die Gebirge, aus denen es kam. Der religiöse Glaube war das einigende Band ihrer Kultur und formte ihre Kunst.

Um Wasser aus den Flüssen zu entnehmen, die einen Teil des Jahres unterirdisch flossen, errichteten die Nazca Aquädukte, über die sie das Grundwasser in Vorratsbehälter und Bewasserungskanäle leiteten. Viel mehr bauten sie nicht. Eine zwanzig Meter hohe Stufenpyramide, der große Tempel ihres Zeremonialzentrums in Cahuachi, ist eins der wenigen erhaltenen Nazca-Bauwerke.

Geoglyphen KolibriIn der Wüste unterhalb ihrer Dörfer an den Berghängen schufen die Nazca ihre berühmteste Hinterlassenschaft, eine Reihe von Figuren in der trockenen Erde. Die meisten dieser Scharrbilder, als Nazca-Linien bezeichnete Geoglyphen, befinden sich in der Pampa zwischen den Flüssen Nazca und Ingenio. Sie könnten Bestandteil der Berg- und Wasseranbetung der Nazca gewesen sein. Einige Muster sind der Natur entlehnt – riesige Figuren von Tieren, wie Kolibri, Wale und Spinnen. Die meisten der etwa 300 Geoglyphen sind große, geometrische Figuren – Spiralen, Rechtecke, Trapezoide und konzentrische Strahlensysteme. Sie entstanden alle nach derselben Methode: Abtragen der oberen Steinschicht und Bloßlegen des darunterliegenden, hellen Bodens, dann Aufwerfen des zerkleinerten, dunklen Gesteins neben dem offenen Graben.

Die Nazca-Linien geben den Archäologen noch Rätsel auf. Markierten sie rituelle Pfade und verbanden heilige Stätten miteinander? Stellten sie Konstellationen dar, oder markierten sie Entwässerungen? Waren sie Teil eines riesigen astronomischen Kalenders, der den Beginn der Regenzeit ankündigte? Die Meinungen der Fachleute gehen auseinander.

Zahlreiche Muster der Scharrbilder finden sich auch in der polychromen Keramik und den Textilien der Nazca. Vögel, Echsen, Wale und andere Tiere sind häufige Themen, ebenso Fruchtbarkeitssymbole, die die Sorge um die Bestellung des niederschlagsarmen Landes widerspiegeln. 

Die Nazca-Krieger enthaupteten ihre Feinde im Kampf. Einige mit Köpfen von Feinden bemalte Gefäße belegen die zunehmende Rolle des Krieges in den späteren Jahren der Nazca-Kultur.

Um 700 n.Chr. scheinen die Nazca unter den Einfluß von Menschen aus dem Hochland im Osten gekommen zu sein. Ihre Kultur begann zu schwinden. Doch die Wüste, die ihr Leben bestimmte, hat auch die bemerkenswertesten und zugleich rätselhaftesten Reste der Nazca-Kultur bewahrt: die Sammlung von Geoglyphen.

 

Nascabecher
500-600 n.Chr. (13 cm)

 

Bron: E.K. de Bock, De erfenis van de Inca's, catalogus bij de tentoonstelling 1992, Museum voor Volkenkunde, Rotterdam

 

Bron: Hammond N., WUNDER DER ANTIKEN WELT, Augsburg, Weltbild Verlag GmbH, 1998

Übersetzung ins Niederländische: Tinne Nuyts

 

BEITRÄGE

 

 

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